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Entmündigungsterror

Beitragvon Amelie am 29. Juli 2009, 18:07

Dies betrifft jedoch nicht etwa 'nur' ältere Menschen oder so genannte 'Behinderte' ... auch so mancher 'unangenehme Zeitgenosse' hat hierzulande schon dran glauben müssen :o ...


Mutwillige Pathologisierung des Älterwerdens - Totalentrechtung und Abzocke durch Sachwaltergesetzmissbrauch in Österreich

In Österreich greift, trotz 2007 erfolgter Reform des Sachwaltergesetzes, eine Seuche um sich: Die zunehmende Patho-logisierung des Älterwerdens unter Zuhilfenahme mehr als fragwürdiger psychiatrischer Zwangsgutachten, welche über-wiegend wehrlosen älteren Menschen, die als unbescholtene StaatsbürgerInnen in den meisten Fällen jahrzehntelang gearbeitet und brav ihre Steuern bezahlt haben, am Ende ihres Lebens eine in jeder Hinsicht menschenunwürdige, überaus erniedrigende Totalentrechtung beschert: Deren Zwangsentmündigung, heutzutage 'Besachwaltung' genannt. Insbesondere, wenn sich ein älterer Mensch z. B. im Krankenhaus befindet, kann es ihm passieren, dass irgendjemand - und das kann tatsächlich JEDER sein, so ist die derzeitige Gesetzeslage (!!) - die Sachwalterschaft über ihn beantragt.

Niemand, der auch nur annähernd mit solch einem Fall zu tun hatte, kann sich vorstellen, welch brachialgewaltiger und in den überwiegenden Fällen höchst menschenrechtswidriger Eingriff solch eine Zwangsentmündigung, sprich Zwangsbesach-waltung für einen Menschen bedeutet. Es wird mehr oder weniger brutal in dessen Privatsphäre eingebrochen, er wird - zumeist von ausschließlich materiell orientierten Sachwalter-Anwälten - regelrecht beherrscht, ja fremdbestimmt. Er muss alles mit sich machen lassen - darf seinen Wohnort nicht mehr frei wechseln, wird vielleicht kurzerhand GEGEN SEINEN WILLEN in irgendein Pflegeheim zwangseingewiesen, wird GEGEN SEINEN WILLEN zwangsmedikamentiert (u. a. mit ne-benwirkungsreichen und vielfach nicht ungefährlichen Psychopharmaka, Antidementiva und Beruhigungsmitteln), wird seines gesamten Geldes beraubt, welches von den Sachwalter-Anwälten so lange ‚angespart’ wird, bis die Betroffenen - in ihren letzten Lebensjahren zu Bettlern um ihr eigenes Geld degradiert! -, elendig zugrunde gegangen sind. Hierzu ein Auszug aus 'Salzburger Fenster' (12/´07):

>Ämter veranlassen immer schneller Entmündigungen. Jährlich erhalten 8000 Österreicher einen Sachwalter – Ämter und Spitäler als Hauptanreger. ( ... ) Unter Kuratel kommen Senioren, störrische Schuldner, Sonderlinge, lästige Bürger, junge Erwachsene in schweren Lebenskrisen. Selbst das Parlament sieht Auswüchse. ( ... ) Seit den 90er-Jahren explodiert in Österreich die Zahl der Menschen, die einen Sachwalter haben. ( ... ) Die Bestellung eines Sachwalters ist ein dramatischer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und die Integrität, auch wenn es den alten Justizbegriff „Entmündigung“ nicht mehr gibt. Auch Klientenvertreter schlagen Alarm: Zu leichtfertig und schnell werde in Österreich der Geisteszustand eines Men-schen überprüft. ( ... ) In Wien gibt es bereits Kanzleien, die bis zu 700 Entmündigte „vertreten“. Geschäft Entmündigung: 700 Klienten pro Anwalt. ( ... ) Für das anvertraute Vermögen können bis zu fünf Prozent Jahresprovision kassiert werden. Sachwalter Norbert Krammer, Salzburg: „Senioren, die mit Kleinigkeiten nicht zu Rande kommen, nimmt man die Ge-schäftsfähigkeit.“ Dass das „Sachwaltern“, wie der Volksmund sagt, ein Geschäft geworden ist, zeigen Auswüchse wie in Wien. Dort gibt es Kanzleien, die 500 bis 700 Klienten vertreten. Der Salzburger Sachwalter Norbert Krammer nennt das „Massenentmündigung“: „Das ist das Phänomen Lainz, wo hunderte Menschen einen fremden Rechtsvormund haben“, meint der Leiter des klientenorientierten Sachwalter-VertretungsNetzes.<

Die Hilferufe jener Verzweifelten, die dazu verurteilt worden sind, unter weitgehender Fremdbestimmung und Abhängig-keit regelrecht dahinvegetieren zu müssen, dringen sogar bis zum Staatsoberhaupt: Einer seiner engeren Mitarbeiter be-richtete von immer wieder einlangenden Beschwerden über Sachwalterschaften (22. 12. ´08). Laut Statistischem Zen-tralamt gab es im Jahre 2007 in Österreich bereits 136.834 Sachwalterschaften (2006: 127.508; Quelle: Statistisches Jahrbuch 2009; Statistisches Zentralamt). Da auch im Jahr 2008 tausende Fälle hinzukamen, kann davon ausgegangen werden, dass mittlerweile alarmierender Weise bereits um die zwei Prozent der österreichischen Bevölkerung besachwaltet sind!! Und das, obschon diese Entwicklung auch in Fachkreisen seit Jahren mit Besorgnis beobachtet wird.

Hierzu noch ein anderer Auszug: >Dr. Christiane Bobek wird vom Bezirksgericht Fünfhaus gerne als Sachwalter und Abwe-senheitskurator eingesetzt, offenbar dürfte dies eine wesentliche Einnahmequelle sein und ist diese daher sehr vom "Good-will" der jeweiligen Richter des BG Fünfhaus abhängig. ( ... ) Hier die Fakten: ( ... ) Dr. Bobek erhält - neben den ihr zu-gewiesenen "Sachwalterschaften" - laufend Aufträge als "Abwesenheitskurator. Die Zahl der Abwesenheitskuratelen beläuft sich auf einen ständigen Bestand von rd. 150 Fällen. Nimmt man pro Fall - allein auf die Fälle der Abwesenheitskuratelen - jährliche Einnahmen von rd. € 2.500,00, so belaufen sich die Einnahmen, die sie allein vom BG Fünfhaus offenbar als "Selbstläufer" ohne selbst Akquise zu betreiben – erhält, auf € 375.000 pro Jahr, allein für die Abwesenheitskuratelen eines einzigen Gerichts! Dazu kommen jedoch noch die weiteren Fälle, die diese ebenfalls vom BG Fünfhaus ohne Zutun zuge-wiesen erhält, wie z.B. Sachwalterschaften etc. Die Einnahmen, die Dr. Bobek ohne eigenes Zutun vom Gericht zugewiesen erhält, betragen geschätzt jährlich rd. € 500.000!!< (Quelle: WikiLegia)

In den letzten Monaten erschienen zur alltäglichen Tragödie der menschenverachtenden Fremdbesachwaltung gleich zwei Artikel im 'Stadtblatt Innsbruck': 'Der Sachwalter vergönnt mir überhaupt nichts mehr' (30. 9. ´08) bzw. 'Ich will selbst entscheiden' (3. 12. ´08). Auch TV-Bürgeranwalt Peter Resetarits berichtete Anfang vergangenen Dezember über die skan-dalösen Auswüchse in diesem Bereich. Die Sachwalter-Anwälte agieren extrem kaltschnäuzig, gesetz- und menschenrechts-widrig - O-Ton: >Massen-Sachwalterin Ingeborg Reuterer etwa hat sich ganz gut eingerichtet: "Es ist alles eingeschustert und außerdem kennt man schon seine Pappenheimer". Sie findet die Tendenz, gleich generell zu "entmündigen" durchaus in Ordnung: "Das ist mir tausendmal lieber. Ich beurteil´ den schon selbst und teil´s dann ein.< ('Profil', 26. 8. 1996 - !! Woraus zu ersehen ist, dass sich jene Problematik schon über viele Jahre hinzieht.)

Diese 'Beurteilung' geschieht in den überwiegenden Fällen brutal und menschenverachtend über die Köpfe der Betroffenen hinweg, ohne dass diese nach ihrem Willen gefragt werden. Selbst wenn man beim so genannten Pflegschaftsgericht so genannte 'Rekurse', also Einsprüche erhebt, werden jene in den überwiegenden Fällen abgelehnt, ohne die Betroffenen überhaupt zu Wort kommen zu lassen oder gar persönlich zu kennen. Was so viel heißt, dass das Recht auf Einspruch zwar offiziell besteht, jedoch ad absurdum geführt wird, weil das Recht auf Anhörung bzw. Willensäußerung der Bürger eines Landes, das sich 'Demokratie' nennt, von Seiten dessen Gerichtsbarkeit in Missachtung der Allgemeinen Menschenrechte schlichtweg negiert wird. So verkommt eine Person, die vielleicht nicht mehr ausreichend Kraft besitzt sich nachhaltig zu wehren, zu einer Sache, über die ihr völlig fremde Personen bestimmen. Schockierend!!

Doch egal, wo man sich auch immer hinwenden mag, es herrscht zu diesem Thema eine erschreckende Gleichgültigkeit. Insbesondere die PolitikerInnen und auch die Menschenrechtsorganisationen schweigen sich zu diesen groben Menschen-rechtsverletzungen aus. Eine Schande für einen Staat, der sich als Demokratie bezeichnet!! Und so werden hierzulande wahrscheinlich noch viel zu viele alte Menschen - zum überwiegenden Teil Angehörige der Kriegs- und Wiederaufbau-generation -, eines jämmerlichen und einsamen Todes sterben, unbeachtet von der Öffentlichkeit.


'Kein Gesetz wird so oft missbraucht wie das Sachwalterrecht.' (Prof. Dr. Werner Olscher, ehemaliger Leiter der Staats-anwaltschaft Wien)
'Familienhilfe geht also der Sachwalterschaft vor! Und das ist wohl auch gut so!' (Prof. Dr. Werner Olscher)
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Re: Entmündigungsterror

Beitragvon Eva am 29. Juli 2009, 23:42

Amelie hat geschrieben:Doch egal, wo man sich auch immer hinwenden mag, es herrscht zu diesem Thema eine erschreckende Gleichgültigkeit. Insbesondere die PolitikerInnen und auch die Menschenrechtsorganisationen schweigen sich zu diesen groben Menschen-rechtsverletzungen aus. Eine Schande für einen Staat, der sich als Demokratie bezeichnet!! Und so werden hierzulande wahrscheinlich noch viel zu viele alte Menschen - zum überwiegenden Teil Angehörige der Kriegs- und Wiederaufbau-generation -, eines jämmerlichen und einsamen Todes sterben, unbeachtet von der Öffentlichkeit.


Speziell diesem Absatz - und auch vielem anderen in diesem Beitrag - kann ich nur voll und ganz zustimmen! Mein Ordner mit Bittbriefen, Eingaben, Beschwerden, Anfragen, Rechtfertigungen, etc. etc.... ist ständig im Wachsen. Anworten gibt es aber leider kaum welche :( , und wenn schon, dann negative, man wird einfach abgewimmelt.

Das geht nun schon seit eineinhalb Jahren so. Ob inzwischen MENSCHEN daran zerbrechen und/oder ins totale Abseits gedrängt werden, interessiert in diesem "Sozial- und Rechtsstaat" (???) schlichtweg NIEMANDEN!

LG Eva
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Re: Entmündigungsterror

Beitragvon Humanist am 3. August 2009, 00:06

HALLO

Bitte agiert langsamer, nicht so polemisiert, Betroffene Partner sind zb. für Sanitäter/Krankenpflegepersonal/Ärzte, ein RIESENproblem, die psych. Komponente tritt da, mt Pauken und Trompeten auf.

Bitte, bleibt sachlich, sonst werden WICHTIGE Dinge übersehen/überelesen. Genau um solche Kleinigkeiten dreht es sich, genau von solchen Fehlern ernährt sich so manche Kanzlei. Alles klar? Eva, bitte sag den Usern, daß es manchmal besser ist, seine Wut/Frust/Verzweiflung, dem Admin ins Gesicht zu schmeissen (der teilts dann auf), als sich zum Justizmagneten zu machen.

lg
H. (wie ich diesen Nick hasse)ht

PS: ">Ämter veranlassen immer schneller Entmündigungen" dies ist nicht korrekt, für Wien trifft das Gegenteil zu, "betreutes Wohnen", hat den Vorrang. Ein Vormarsch der Sachwalterschaften, betrifft vor allem den Westen .at´s und das BGLD, wobei im BGLD, oft familiär ein RIegel vorgschoben wird und das Gericht ins leere schnappt. Zumindest im Seewinkel, im Südburgenland hilft da nur die Hektarkeule, dies allerdings zuverlässig.
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Re: Entmündigungsterror

Beitragvon Eva am 3. August 2009, 20:01

@ Humanist

Danke für Deinen Kommentar! :) Meine Antwort schreibe ich im Forum "DEINE MEINUNG".

LG
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Re: Entmündigungsterror

Beitragvon winfried am 7. August 2009, 21:06

@ Winfried

Dein Beitrag wurde nach "DEINE MEINUNG" verschoben!

LG
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Re: Entmündigungsterror

Beitragvon Amelie am 8. August 2009, 09:22

@ Amelie

Dein Betrag wurde nach "DEINE MEINUNG" verschoben!

LG
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Re: Entmündigungsterror

Beitragvon rechtlos am 9. Januar 2014, 14:17

Es wird sogar dann entmündigt, wenn Gutachter und Pflegeheim dagegen sind. Was mir auffällt: DSAs fallen den Betroffenen und Angehörigen gerne in den Rücken. Unternehmen Hausbesuche zum Teil unangesagt oder mit einem Nachschlüssel ohne Wissen des Betroffenen und das Mitmieters. Dann suchen sie krampfhaft Mängel und beanstanden Dinge, die bisher gutgeheißen wurden. Erst kürzlich erfuhren der Betroffene und die Lebensgefährtin, dass eine DSA nichts in der Wohnung zu suchen hat. Es handelt sich um DSAs des Heimes. Die sollte eigentlich nur klären, ob die Wohnung barrierefrei ist, damit der Betroffene entlassen werden kann. Die DSAs machen aber die Lg vor dem Gericht schlecht und die Richterin spielt mit und ist zu Zeugen, die die Betroffenen entlasten würden, mehr als unfreundlich. Das fällt sogar dem Landesgericht auf.
Wenn sich mal welche gegen das Sachwalterunwesen zusammentun, werden diese an ihrer Tätigkeit gehindert und anscheinend IntrigantInnen auf sie angesetzt. Es wird sogar gedroht, dass Beschwerden an den Bundespräsidenten, die Volksanwaltschaft etc. ins Leere gehen. Den Menschenrechtsorganisationen ist das wurscht. Den Angehörigen, die terrorisiert werden, hilft kein Rechtsschutz, es gibt nur Beratungsrechtsschutz. Raufgehen bis zum OGH und EGH können sich die meisten nicht leisten, darauf spekuliert sogar die EU. Manche sind schon AUS Österreich geflüchtet oder es wurde ihnen nahe gelegt.
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